Diesen Artikel habe ich im Rahmen der Blogparade von Nicole Bailer geschrieben. Sehr auf dem letzten Drücker, weil ich erst gestern auf Nicole Bailer aufmerksam geworden bin, die jetzt auch Mitglied von The-Coach.net ist und zu dieser Blogparade zum Thema Anerkennung eingeladen hat. Dazu wollte ich spontan auch noch einen Beitrag schreiben.

Zum Thema Anerkennung fällt mir natürlich in meinem Kontext der menschlichen Führung als erstes die Anerkennung für die Mitarbeiter ein. Ganz in dem Sinne von erwische sie bei guten Leistungen und lobe sie dafür.

Lob und Anerkennung werden in diesem Zusammenhang häufig gleich verwendet. Ich finde jedoch, da gibt es einen entscheidenden Unterschied:

Lob ist eher spontan und konkret für eine bestimmte Leistung oder Handlung. Sie kann vom Chef kommen, vom Kollegen, Kunden und natürlich auch von Menschen im privaten Umfeld.

Anerkennung hingegen ist für mich eine wertschätzende Haltung gegenüber einer anderen Person und auch gegenüber sich selbst. Anerkannt wird das Gesamtbild, die dauerhafte Qualität und Leistung, die dauerhaft spürbar ist und durch ein qualifiziertes Feedback geäußert werden kann.

Besonders schön ist es, wenn die Wertschätzung nicht allein vom Chef ausgeht, sondern im gesamten Team gelebt wird. Das fördert sogar den Zusammenhalt im Team. Vorreiter sollte wie so oft nichtsdestotrotz der Chef bzw. die Chefin sein.

Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder raus. (alte Redensart)

Wie kannst Du Anerkennung geben?

Zeige anderen Menschen, was sie Dir bedeuten.

Konkret: Sage Deinen Mitarbeitern genau, weshalb Du sie schätzt. Nicht mit einem: „Das hast Du gut gemacht.“, sondern teile ihnen mit, was genau Du daran schätzt und gelungen findest, bestenfalls sogar, was es für Dich bedeutet.

Ehrlich: Anerkennung muss ehrlich sein. Sonst verrät dies Deine Körperhaltung und Mimik und dann erreichst Du das Gegenteil.

Danken: Du kannst Dich auch dafür bedanken, dass Dir Aufgaben abgenommen wurden und Du das nicht als selbstverständlich erachtest.

Wir Menschen wollen „gesehen“ werden, wir wollen Aufmerksamkeit. Siehst Du Deine Mitarbeiter bei den Dingen, die positiv sind? Oder erwischst Du sie nur bei ihren Fehlern? Oder etwa gar nicht? Das kann fatale Folgen haben. Ich hatte mal eine Mitarbeiterin, die fühlte sich von unserem Chef nicht wahr genommen. Dabei gab es weder etwas Positives noch etwas Negatives, was er ihr gegenüber äußerte. Nämlich nichts. Das ist fast noch schlimmer. Als er bei einer anderen Mitarbeiterin kritisierte, dass sie zu spät gekommen ist, sagte sie auf einmal: „Vielleicht sollte ich auch einmal zu spät kommen… Vielleicht merkt er dann, dass ich hier arbeite.“

Du siehst, wenn Du gute Leistung nicht anerkennst und stattdessen nur die Fehler kritisierst, erntest Du Negatives. Das kann nicht gut sein.

„Kennen und Erkennen sind die Voraussetzungen für Selbstanerkennung und für die Anerkennung anderer Menschen. Das Gefühl, im sozialen System nicht anerkannt, nicht erkannt, nicht geschätzt zu sein, führt den Verstand in ein Notmanagement, mit dem er versucht zu kompensieren. Nicht anerkannte Menschen spielen sich oft in den Vordergrund.“ (Joachim Schaffer-Suchomel in Du bist, was du sagst)

Dies betrifft natürlich nur die Anerkennung von Außen.

Selbstanerkennung

Wie steht es nun mit der Anerkennung Deiner selbst?

Wie es mit der Anerkennung meiner selbst ist? Wenn ich darüber nachdenke, kann ich inzwischen sehr viel von mir selbst anerkennen.

Das war nicht immer so. Ich kann mich noch gut erinnern, wie es so oft in der Schule war. Die Lehrer fragten etwas, ich wusste sofort die Antwort. Gemeldet habe ich mich allerdings nicht. Denn ich habe gedacht, wenn ich das weiß, kann das nicht richtig sein. Also null Anerkennung meiner selbst.

Auch im weiteren Verlauf meines Lebens, tauchte so etwas immer wieder auf.

Na, wenn ich das kann/weiß, dann kann/weiß das jeder… Pustekuchen!

Nein, ein Dauerzustand war es dann doch nicht. Zumal ich durchaus mir selber Anerkennung schenken kann, wenn ich feststelle, dass mir etwas gelingt. Das erfüllt mich sogar mehr als die von außen. Natürlich nehme ich auch gern die Anerkennung von außen an. Solange ich mich selbst anerkenne, ist die erstaunlicherweise jedoch gar nicht so wichtig. Ich glaube, ich wäre sogar erstaunt, wenn ich Anerkennung für Dinge bekäme, die sich ständig wiederholen und die für mich selbstverständlich sind. Mein Mann ist da witziger weise ganz anders (oder sind das Männer sowieso? 😉 ). Der ist sogar manchmal richtig sauer, wenn er seiner Meinung nach nicht genug anerkannt bekommt, was er alles für Aufgaben übernimmt. Ich darf dazu sagen, dass ich ein außerordentlich außergewöhnliches Exemplar dieser Gattung meinen Ehemann nennen kann. Er macht ganz viel im Haushalt, kümmert sich um den Garten, kocht, backt und, und, und… Grundsätzlich könnte ich ununterbrochen anerkennen, wir sehr ich das schätze und genieße.

Wenn er mir sagt, dass er sich freut, dass ich mich um die Wäsche kümmere, fühle ich mich hingegen eher veräppelt. Juchhu – schön, dass wir manchmal so verschieden sind.

Ansonsten kann ich mich sehr darüber freuen, wenn ich eine Aufgabe erfolgreich gelöst habe. Wenn etwas fertig ist, was ich mir vorgenommen habe zu tun. Wenn eine Kundin nach einer Arbeit mit mir vor Glück strahlt, dann kann ich meinen Beitrag dazu sehr wohl anerkennen. Ich genieße es sogar, wie viel Energie ich dadurch zurück bekomme. Allerdings musste ich auch das erst lernen! Am Anfang hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen. Ich habe gedacht, wenn ich so viel Energie daraus bekomme, wo geht sie denn dann weg. Da aber offensichtlich das Gegenüber ebenso empfindet, kann es nur gut sein. Und so freue ich mich jetzt und erkenne meine eigene Leistung auch an.

Selbstanerkennung ist bei mir ein fortlaufender Entwicklungsprozess. Gutes anerkennen fällt mir leicht, anzuerkennen, was mir an mir selbst nicht gefällt hingegen schwer. Da geht noch was…

Und was tust Du, um Dich selbst anzuerkennen?

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Sonnige Grüße

Deine Nicole

 

*Beitragsbild von johnhain