Hast Du Dir schon einmal überlegt, wie wichtig es ist ein gutes Vorbild zu sein?
Wie sich Deine Mitmenschen dadurch motivieren lassen?
Oder gar, was das mit Mitarbeitermotivation zu tun hat?

 

Der Ausflug!

Neulich war ich mit meinem Sohn, der dieses Jahr als Vorschulkind diverse Ausflüge mit dem Kindergarten macht, im Schulbiologischen Garten.
Thema: „Emotionstiere!“. Vor zwei Jahren, als mein älterer Sohn diesen Ausflug hatte, war ich schon einmal dabei. Damals hieß es noch „Ekeltiere!“. Eine tolle Veranstaltung.
Die Kinder dürfen (müssen natürlich nicht) diverse Tierchen auf oder in die Hand nehmen und begreifen, dass die grundsätzlich gar nicht so eklig sind. Deswegen wurde die Veranstaltung auch umgetauft, um nicht von vornherein etwas Negatives zu suggerieren.
Den Ekel bekommen die Kinder nämlich meist von uns Erwachsenen vorgemacht.

 

A wie Achatschnecke bis V wie Vogelspinne

Welche Tierchen wir da kennen lernen durften?
Fauchschaben (Anm.: gehören zu der Urgattung, die nicht fliegen können), Gespensterschrecken, Vielfüßler, Achatschnecken, Mäuse, Schlangen und eine Vogelspinne, namens Rosi.
Viele der Kinder haben interessiert und neugierig die Tierchen beobachtet und angefasst. Zum Schluss kam Rosi.
Meinem Großen war die hübsche Vogelspinne dann doch etwas unheimlich und er traute sich nicht, sie auf die Hand zu nehmen.
Reden hilft da nicht viel. Tja, was blieb mir also übrig, als ihm zu zeigen, dass diese haarige riesengroße Spinne keineswegs soooo gefährlich ist und schon überhaupt nicht ekelhaft?
Richtig! Sie selber auf die Hand zu nehmen!
Zugegeben: Ein wenig mulmig war auch mir zumute.
Allein wäre ich niemals auf die Idee gekommen, diese Spinne auf meine Hand zu nehmen. Bisher stellten sich mir schon die Nackenhaare hoch bei dem Gedanken, so einer besonderen Spinne zu begegnen.
Dennoch verließ ich meine Komfortzone, sprang über meinen Schatten und ließ Rosi über meine Hand krabbeln.
Wow! Innerlich war ich total stolz auf mich. Es fühlte sich total gut an.
Und siehe da – mein Sohnemann traute sich jetzt auch… Na, das hatte sich doch gelohnt!

 

Entspannt!

Als wir dieses Mal zum Schulbiologischen Garten fuhren, freute ich mich schon auf Rosi.
Selbstverständlich wollte ich auch meinem kleinen Sohn zeigen, was er für eine „mutigeMama hat.
Der diesjährige Mitarbeiter ging meinem Empfinden nach noch wesentlich entspannter mit den Tieren um.
Und so war auch die ganze Atmosphäre ganz gelassen. Fast alle Kinder nahmen alle Tiere und jeder wollte der/die Erste sein.
Mein kleiner Sohn sowieso! Er findet ja schließlich auch Kellerasseln ganz süß und kullert sie sich über die Hand.
Und dann war es wieder so weit!
Nachdem alles andere Getier in die Hand genommen wurde, gestreichelt wurde – kleine Baby-Mäuse! – und Cleopatra, die Schlange, allen um den Hals gelegt worden war, holte der nette Herr die Rosi aus dem Terrarium.
Er erklärte einiges zu ihr, sprach mit ihr und setzte sie sich sogar auf den Kopf. Als er fragte, wer die Vogelspinne auch mal nehmen wollte, meldete sich mein Sohn gleich wieder als Erstes und durfte sie auch als Erster nehmen.
Da ist er ganz stolz drauf. Ja und auch wir begleitenden Mütter und Erzieherinnen haben uns getraut und fasziniert die Rosi auf unseren Händen beobachtet.

 

Vorbildfunktion!

Was ich damit sagen will – ob nun als Eltern oder als Vorgesetzte:
Die Vorbildfunktion wird oftmals unterschätzt, dabei ist sie durchaus effektiv.
Mir fällt dazu noch ein Beispiel aus meiner Zeit als angestellte kaufmännische Leiterin ein. Bei meinem damaligen Arbeitgeber handelt es sich um eine solide mittelständische Firma. Wir hatten eine kleine Küche, in der die Mitarbeiter sich Kaffee kochen konnten, Essen zubereiten usw.
Es gab eine Reinigungskraft, die die Büroräume, sanitären Anlagen und auch die Küche reinigte.
Nichtsdestotrotz war es erforderlich, dass mal der Geschirrspüler ausgeräumt werden musste, die Kaffeemaschine gereinigt oder was sonst so anfiel. Alles keine Jobs, um die sich die Mitarbeiter reißen.
Steht ja auch nicht unbedingt in der Aufgabenbeschreibung im Vertrag, auch wenn die Annehmlichkeiten gern genutzt wurden. Insofern blieben diese Aufgaben gern liegen. Jeder hoffte, der nächste würde das schon machen oder maulte rum – so von wegen „nicht meine Aufgabe…“.
Da machte ich nicht lange Federlesen, sondern räumte selbst auch mal den Geschirrspüler aus, kümmerte mich um die Kaffeemaschine oder ähnliches. Zuhause machte ich das doch genauso.
Deshalb ist mir übrigens auch kein Zacken aus der Krone gebrochen! Ganz im Gegenteil. Sicher mussten die Mitarbeiter hin und wieder mal darum gebeten werden, die Aufgaben zu erledigen, aber ab dem Zeitpunkt gab es kein Gemaule mehr.

 

Mit gutem Beispiel voran!

Insofern zahlt es sich meistens aus, wenn wir mit gutem Beispiel vorangehen.
Das war jetzt sicherlich ein recht banales Beispiel, welches sich jedoch durchaus auf unser ganzes Tun übertragen lässt.
Ich finde, wir sollten aufmerksam mit uns selbst sein.
Es ist nämlich durchaus schwieriger von seinen Leuten etwas zu verlangen oder zu erwarten, was ich selbst nicht bereit bin zu geben.
Soll heißen: Ich kann nicht dauernd zu spät kommen und meine Mitarbeiter dafür kritisieren oder ermahnen. Das ruft dann Trotz hervor. (Da merkt man mal, dass Kind und Mitarbeiter oft durchaus vergleichbar sind).
Nachvollziehbar oder? Ist letztendlich auch nicht sehr wertschätzend
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Sei also ein gutes Vorbild – dann hast Du auch gute Mitarbeiter!

Hinterlasst mir gern einen Kommentar oder weitere Beispiele aus Eurem Alltag.

 

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Sonnige Grüße

Deine Nicole

 

 

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