…war eins meiner schönsten Komplimente, die ich je bekommen habe. Das war in einem Vorstellungsgespräch. Damals wollte ich zunächst in einer Personalabteilung arbeiten und mich dann „nebenbei“ als Coach und Trainerin selbständig machen. Absurderweise bin ich dann nie wieder Chefin geworden!

Was macht nun eine tolle Chefin aus?

Bevor ich selbst eine Führungsposition bekleidete, habe ich mir persönlich diese Frage gar nicht weiter gestellt. Das kam erst später. Da habe ich mir diese Frage in meinem Leben durchaus oft gestellt. Allerdings traf ich lange niemanden, der sie mir beantwortet hätte. Und ich selbst hatte darauf ebenfalls keine eindeutige Antwort.

Andererseits wusste ich auf jeden Fall, was in den meisten Fällen zum Gegenteil führt. Eine meiner liebsten Übungen ist es daher, das Negative, also das, was man auf keine Fall möchte, ins Positive umzukehren.

Was Du nicht willst, das man Dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu!

Dieses alte Sprichwort hatte mein Urgroßvater, den ich leider nicht mehr kennen lernen durfte, immer meinem Vater eingetrichtert. Und mein Vater hat mir das so zu sagen weiter vererbt.

Als ich dann lange Jahre Vorgesetzte war, hat mir das immer als hilfreicher Leitsatz zur Seite gestanden. Gerade, wenn es darum ging, auch mal eine unangenehme Entscheidung zu treffen oder auch nur gewisse Erwartungen an seine Mitarbeiter zu stellen, hat mir das sehr geholfen.

Ich habe mir überlegt, wie das bei mir ankäme oder wie ich mir das wünschen würde, wie mein Chef das mit mir macht. Inzwischen habe ich so einiges gelernt und erfahren, was Du als tolle Chefin für Eigenschaften haben oder lernen solltest. Über drei Eigenschaften, die für mich dazu gehören, mag ich Dir heute berichten:

 1. Selbstbewusstsein

Als Chefin musst Du Dir Deiner selbst bewusst sein. Und das meine ich ganz wörtlich. Denn um Dein Selbstbewusstsein zu entwickeln, musst Du Dich erst einmal selber entdecken. Mit all Deinen Stärken und Schwächen, mit Deinen Bedürfnissen, Ängsten und Ansichten, die wir irgendwann einmal gelernt haben. Denn wenn Du selbst Deine Schwächen kennst und die auch als zu Dir gehörig annimmst, kann Dich auch niemand mehr damit verletzen.

Einfaches Beispiel: Es spricht Dich jemand (leider gibt es immer Menschen, die Dir etwas neiden werden und Dich dadurch verletzen wollen, indem sie Dich vermeintlich angreifbar machen wollen) darauf an, dass Du hektische rote Flecken am Hals bekommst, wenn Du aufgeregt bist oder Dich etwas bewegt oder anstrengt, ganz egal.

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten:

1.) Du weißt es zwar, dass Dir das passiert, fühlst Dich aber ertappt. Du denkst vielleicht, dass Dein Gegenüber das vielleicht als Unsicherheit interpretiert und lässt Dich dementsprechend auch verunsichern.

2.) Du weißt es und Du weißt auch, was Du nun sagen kannst. Indem Du entsprechend kommunizierst, kannst Du aus Deiner vermeintlichen Schwäche auf einmal eine Stärke machen, weil Du dazu stehst und Dich dadurch auch niemand mehr verunsichern kannst. (Übrigens hält Dich auch nix und niemand davon ab, ein hübsches Tuch zu tragen, wenn es zu Dir passt… 🙂 )

 2. Verantwortung

Chefin sein heißt auch ganz klar, Verantwortung übernehmen. In der Verantwortung ist die Antwort bereits enthalten.

Sinngemäß heißt es:

1.) Die Pflicht, dafür zu sorgen, dass (in bestimmten Situationen) das Notwendige und Richtige getan wird und kein Schaden entsteht

2.) Die Verpflichtung, für seine Handlungen einzustehen und ihre Folgen zu tragen.

Als Chefin ist man sich seiner Verantwortung bewusst und übernimmt auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter. Um so wichtiger ist es dabei, dass auch Deine Mitarbeiter umsichtig und verantwortungsbewusst arbeiten. Doch auch wenn Deine Mitarbeiter im schlimmsten Fall einen Fehler begehen, der nicht mehr zu korrigieren ist, bist Du als Vorgesetzte dafür verantwortlich. Es gibt niemanden, dem Du den „schwarzen Peter“ zuschieben kannst. Du musst im Zweifel dafür gerade stehen.

3. Mensch sein oder die eigene Persönlichkeit

Was soll das nun bedeuten, magst Du Dich jetzt fragen? Klar bin ich ein Mensch.

Genau! Und das sollst Du auch bleiben. Du hast bereits Einiges erreicht in Deinem beruflichen (und sicherlich auch privaten) Leben. Du hast gezeigt, dass Du kompetent bist, leistungsfähig, motiviert, ehrgeizig usw. Dafür hast Du nun einen Karriereschritt gemacht. Andere dafür nicht (aus welchen Gründen auch immer).

Deshalb bist Du doch noch genau derselbe Mensch, der Du vorher warst?! Nur mit weiterführenden und verantwortungsvolleren Aufgaben. Etwas Besseres bist Du jedoch nicht. Schon gar nicht, wenn Du vorher die Kollegin warst und jetzt die Vorgesetzte bist.

Mal ehrlich – würdest Du noch gern für jemanden arbeiten, der dies auf einmal von sich glaubt? Ich nicht!

Deshalb finde ich es so enorm wichtig, dass man sich selbst kennt und seine Persönlichkeit lebt. Also dieser immer wieder auftauchende Begriff der Authentizität. Das allein macht noch keine gute Führungskraft, es hilft nur ungemein. Du brauchst Dich nicht zu verbiegen aufgrund irgendwelcher Erwartungen anderer oder von Dir selbst.

Sofern Du schon Du selbst bist… Bei meiner Umfrage (siehe ganz oben) gibt es nämlich überhaupt kein eindeutiges Ergebnis. Und auch in Gesprächen habe ich unterschiedlichste Charaktere beschrieben bekommen.

Es gab im Grunde nur eine Gemeinsamkeit. Die Chefin oder der Chef sind eine Persönlichkeit, die man respektiert, weil sie eben so sind wie sie sind. Die Eine ist vielleicht unnahbar (was sie schon immer war!), dennoch steht sie hinter ihren Mitarbeitern und bemerkt auch gute Arbeit, die sie anerkennt. Der andere ist irgendwie so chillig, hat immer ein offenes Ohr und weiß, was seine Mitarbeiter bewegt. Grundverschieden und dennoch dasselbe Resultat.

 Und was bist Du für eine Persönlichkeit?

 

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Sonnige Grüße

Deine Nicole